Im April wird auf die Sicht der Bauherrschaften fokussiert: Bestandserhalt und Aufstockung als strategische Entscheidung!
Die Baugenossenschaft Zurlinden (BGZ) – Schrittmacherin im zukunftsorientierten Wohnungsbau – orientiert sich konsequent an der 2000-Watt-Gesellschaft und verfolgt einen selbstauferlegten CO₂-Absenkpfad mit dem Ziel, die Betriebsemissionen ihrer Liegenschaften bereits 2035 auf null zu senken.
Das Projekt Bockhornstrasse in Zürich-Albisrieden zeigt exemplarisch, wie durch Sanierung und Aufstockung bestehender Substanz aus den 1950er-Jahren graue Treibhausgasemissionen maximal eingespart, preisgünstiger Wohnraum erhalten und gleichzeitig hochwertiger Wohnraum neu geschaffen werden kann.
Eine Machbarkeitsstudie 2021 und Substanzuntersuchungen 2022 führten zum Entscheid, die intakte Gebäudesubstanz aus Beton und Mauerwerk zu erhalten, statt abzubrechen. Von den vier zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern mit ursprünglich 16 Wohnungen wurden zwei Gebäude um ein Vollgeschoss und ein Dachgeschoss in Holzelementbauweise aufgestockt. Der neue Dachstuhl erhielt eine flächenbündig integrierte Indach-Solaranlage, Schleppgauben maximieren die Wohnfläche.
Die Sanierung umfasst die Strangsanierung mit Erneuerung aller Küchen und Bäder sowie eine neue, gedämmte und hinterlüftete Holzfassade über alle Geschosse. Das Energiekonzept setzt konsequent auf Erdsonde-Wärmepumpen für Heizung, Warmwasser und Sommerkühlung sowie PV-Anlagen zur Stromversorgung.
Das Projekt demonstriert eindrücklich, wie durch Bestandserhalt und hybride Konstruktionen nicht nur die Wohnungsanzahl von 16 auf 22 erhöht wurde, sondern auch der Wohnungsmix optimiert werden konnte und die Mieten tief gehalten wurden. Dieses Projekt zeigt es vor: ökologische und soziale Nachhaltigkeit sind wirtschaftlich.